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Wo Sänger sind, da ist auch ein Wettstreit – vom Sängerkrieg auf der Wartburg bis zum Grand Prix d’Eurovision. Kein Singen, Dichten oder Musizieren ohne Preis. Wer preisen will, der vergibt Preise, zum eigenen Nutzen und zu dem des Gepriesenen, der außer mit einem Preisgeld auch noch mit kulturellem Prestige belohnt wird. Kann man sich eine Ökonomie der Künste vorstellen, die ohne Preise auskäme? Schließlich erfüllen kulturelle Preise neben der Auszeichnung von Künstlerinnen und Künstlern ja noch eine andere Funktion: sie geben uns Hörern oder Lesern einen Hinweis darauf, was unsere Aufmerksamkeit verdient. Preise verschaffen Orientierung im Dickicht der kulturellen Produktion.
Trotzdem gibt es immer wieder auch Kritik an Kultur- und vor allem an Literaturpreisen. Treten nicht alle anderen noch tiefer in den Schatten, wenn einer ins Licht gerückt wird? Verkennen öffentliche, mediale verbreitete Preiszeremonien nicht die Tatsache, dass Lesen und Schreiben ein einsames Geschäft ist? Und wird jungen Autoren durch Preise und Stipendien womöglich zu früh die Illusion vermittelt, sie seien bedeutend oder etabliert? Das mag alles stimmen. Aber eine Kultur und ein kulturelles Leben ohne Preise kann und will man sich dann doch nicht vorstellen – zuletzt als Künstler.
Auch „Ausgezeichnet!“ verschafft Orientierung über Literatur-, Buch- und Schallplattenpreise, über die Auszeichnenden ebenso wie die Ausgezeichneten – eine Publikation, die gefehlt hat und die man nicht mehr missen möchte.
Dr. Christoph Bartmann Leiter der Abteilung Kultur und Information Goethe-Institut, Zentrale München |
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